


Nach dem Tod seiner Mutter zieht Vincent Cavaillé-Coll mit seiner Frau nach Nîmes. Er wird wieder unabhängiger Orgelbauer und bricht endgültig mit seinem Bruder, zu dem Zeitpunkt, als das Pariser Unternehmen in die neuen, 2800 m2 großen Werkstätten der avenue du Maine umzieht. Dort finden alle dem „Meister" nahestehenden Menschen zusammen.
Als im Jahr 1833 Zénaïde Blanc/Cavaillé in Nîmes verstirbt, zieht Vincent wieder nach Paris. Dort wohnt er zunächst bei seiner Tochter Berthe, dann bei seinem Schwiegersohn Gilbert, im Stadthaus Cavaillé-Coll in der Avenue du Maine. Seit dem 18. Januar 1886 liegt er auf dem Friedhof Montparnasse in der Grabstätte Reinburg begraben.
Charles Mutin erklärte einmal: „Ich erinnere mich an Vincent Cavaillé-Coll. Ich habe es einem wunderbaren Gespräch mit ihm zu verdanken, daß ich einige Jahre lang das Haus Cavaillé-Coll verlassen habe und als Meister zurückkehrte. Ein sehr schätzenswerter Mann von extremer Faulheit."
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CAVAILLE-COLL Vincent (1808-1886)
Aber am 11. August 1850, als Vincent gänzlich mit der Restaurierung der Orgel der Kirche St. Nazaire in Béziers beschäftigt ist, verliert er seine Ehefrau. Daran anschließend folgt eine lange unruhige Zeit… Meist vertraut Vincent seine Tochter Berthe den Tanten Nadau oder dem Bruder in Paris an und entflieht nach Spanien, wo er noch Kontakte zur Familie der Großmutter mütterlicherseits, Francesca Coll, unterhält.
Dank der Vermittlung seiner Familie heiratet Vincent am 10. Juni 1858 in der Kirche St. Sulpice ein zweites Mal, und zwar Zénaïde Blanc in Gegenwart zahlreicher Zugen, darunter Louis Reybaud.