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Emile Reinburg

REINBURG Emile (1837-1902)


Der Pfarrer Emile Reinburg verdankt seine Erziehung einer Tante, einer vorbildlichen Frau, die seine verstorbene Mutter vertritt. Er ist der Zwillingsbruder von Félix, und am 17. Februar 1837 in Straßburg geboren. 1862 wird er in Paris zum Priester geweiht und unterrichtet dann zehn Jahre lang an dem katholischen Knabeninternat Notre-Dame-des-Champs. Er ist für die Disziplin zuständig und begegnet in dieser Funktion den drei Söhnen von Aristide, Emmanuel, Joseph und Gabriel Cavaillé-Coll, und zwar in der 3. und in der 9. Klasse. Emmanuel tadelt er folgendermaßen: "Dieser Schüler, von Eigenliebe getrieben, ist ein Unruhestifter, eine Folge alter Gewohnheiten. Er ist vielleicht im Innersten besser, als es den Anschein hat. Der Kontakt mit verdorbenen Früchten verdirbt die guten."

Pfarrer Reinburg vertritt eine Zeitlang Pfarrer Lamazou bei der Zeitschrift "La Semaine Religieuse". Im Jahre 1888 wird er zum Pfarrer von Notre-Dame-de-la-Gare ernannt…, wo Cavaillé-Coll im Jahre 1863 eine Orgel errichtet hatte.

Der Pfarrer stirbt dort am Karfreitag, dem 28. April 1902. "Einige Tage zuvor, als er gerade von einer Grippe zu genesen schien, war er plötzlich gelähmt. Sein Begräbnis war ein regelrechter Triumph, der Triumph des Priesters, der die Armen immer geliebt und ihnen gedient hat und von ihnen geliebt wird. Bei seiner Bestattung waren 35 Pfarrer aus Paris anwesend. Am bewegendsten war aber die Trauer der Pfarre: Arbeiter, Frauen, Kinder waren herbeigelaufen, um den Menschen zu beweinen, der sich vierzehn Jahre lang ohne Unterlaß um die Armen gekümmert hatte, die Gott ihm anvertraut hatte. Die Kirche Notre-Dame-de-la-Gare war mit einer Menschenmenge gefüllt; auch auf dem Platz Jeanne-d‘Arc, auf den Straßen und Boulevards, die der Zug durchquerte, waren Tausende Menschen versammelt." ("Semaine Religieuse", 19. April 1902.)

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