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Rossini
Die Poikilorgel
Die Poikilorgel

ROSSINI : "Begegnung mit dem Maestro in Toulouse"


In Zusammenarbeit mit seinem Bruder und seinem Vater erfindet Aristide Cavaillé-Coll ein Tasteninstrument mit freischwingenden Zungen, die " Poïkilorgue " Sie weckt das Erstaunen des berühmten Rossini, der sich auf der Durchreise in Toulouse befindet und der Darbietung der Oper "Robert der Teufel" von Meyerbeer beiwohnt. Die Premiere findet im November 1831 in Paris statt, in der Opéra, die von Dr. Louis Véron - Partner des Bankiers Alexandre Aguado, Marquis de Las Marismas, Mezen des Maestro Rossini - geleitet wird. Die Truppe, zu der der berühmte Tenor Adolphe Nourrit gehört, stellt ihr Können unter Beweis, sowohl im Spiel als auch im Gesang, um die Verdienste des Komponisten Meyerbeer zu würdigen, der in der deutschen Schule führend ist.

Zu dieser Zeit sind mehrere Epidemien zu verzeichnen, und die Cholera grassiert von 1829 bis 1837. Sie erreicht Paris am 15. März 1832 und verweilt dort sechs Monate lang; 18000 Menschen fallen ihr zum Opfer. Am 28. März meldet das "Journal des Débats", daß die Cholera grassiere, beruhigt aber gleichzeitig die bürgerliche Leserschaft: die Epidemie erfasse nur das einfache Volk. Die gesamte Bevölkerung wird von Panik ergriffen, als bekannt wird, daß Casimir Périer, Abgeordneter von Paris und Mitglied der liberalen Opposition, damaliger Innenminister, ebenfalls zu den Opfern gehört. Die Truppe der Oper entflieht daraufhin aus der Hauptstadt und landet in der Provinz, in Toulouse, wo sie am 28. September 1832 auftritt. Maestro Rossini und sein Mäzen, Marquis de Las Marismas, sind ihr gefolgt. An diesem Tag findet die berühmte Begegnung mit Cavaillé-Coll statt.

Die Cholera ist somit der zufällige Auslöser für den Aufstieg des jungen Aristide Cavaillé. Der Präfekt Barennes tritt der Ausschuß am 3. August desselben Jahres erneut zusammen, um das Modell der "Klavier-Poikilorgel" zu prüfen, das aus dem Basisprinzip abgeleitet ist und ein zusätzliches Register besitzt (Oboe). Dieses Register wirkt auf die drei letzten Oktaven des Flügels ein, der zu diesem Zweck von Charles Ponsan, Organist der Kirche La Dalbade in Toulouse, zur Verfügung gestellt worden ist.

Aristide Cavaillé-Coll begibt sich im folgenden Jahr in die Hauptstadt, denn die Gefahren der Cholera lassen Ende 1832 allmählich nach. In seinem Gepäck hat er seine Kreissäge, seine Poikilorgel und seine Klavier-Poikilorgel. In der Zwischenzeit vervollkommnet er seine Kenntnisse bei Boisgiraud und Borrel. Endlich stößt er bei den Akademien auf Interesse und hat mit seinen Empfehlungsschreiben Erfolg.

Die Initiationsreise nach Paris nimmt genauere Umrisse an, und am 21. September 1833 kommt Aristide Cavaillé-Coll am Quai Voltaire 11 an.

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