Allgemeines InhaltsverzeichnisAristide Cavaillé-CollThemen der Rubrik

Vom Grab… 1899


ALLES endet hier… oder, besser gesagt, ALLES beginnt hier, in diesem Augenblick! Am Freitag morgen, dem 13. Oktober 1899, greift Cécile CAVAILLE-COLL zur Feder und schreibt an Charles Mutin: "Mein Vater ist heute morgen ohne Todeskampf, so sanft wie nur möglich entschlafen. Ich will Sie als einen der ersten benachrichtigen und bitte Sie, all denen, die ihm ergeben waren und für die er so viel Zuneigung aufbringt, zu unterrichten. In Trauer…"

Porträt von Aristide

In der Zeitung "L‘Illustration" erscheint ein Nachruf auf den Verstorbenen: "Aristide Cavaillé-Coll, eine Berühmtheit der französischen Industrie, ist von uns gegangen. Ihm allein verdanken wir die immensen Fortschritte, die seit sechzig Jahren beim Bau der herrlichen, kraftvollen Instrumente erzielt worden sind. Die ganze Welt stritt sich um diese Instrumente; erwähnt seien hier nur die Orgel von Saint-Sulpice, die perfekteste von allen, und vielleicht die Orgeln von La Madeleine, Notre-Dame, der Eglise de la Trinité sowie im übrigen der meisten Pariser Kirchen."

Freunde und Behörden werden durch eine Todesanzeige unterrichtet.

Charles MUTIN hat die Manufaktur am 18. Juni 1898 aufgekauft. Ihm obliegt es, am 16. Oktober 1899 am Grab des Verstorbenen auf dem Friedhof von Montparnasse (18. Division, 1. Sektion, 1. Reihe Nord – Nr. 27, Ost) eine Rede vor den versammelten Freunden und Arbeitern zu halten.

Cavaillé-Coll ist tot!

"Der Meister… dieser Name, mit dem Herr Cavaillé-Coll bezeichnet wurde, hatte nichts von dem familiären Namen an sich, den die Angestellten dem Chef eines Hauses geben. Er bedeutete mehr und war auch Ausdruck von Zuneigung. Cavaillé-Coll war der Chef und Schutzherr des gesamten Orgelbaus; er allein, und niemand anders, hat sein Handwerk zum Rang einer Wissenschaft und einer Kunst erhoben. Seinem Genie ist es zu verdanken, daß die Orgel zu dem wunderbaren Instrument geworden ist, das sie heute ist."

"Und nun, Meister, halten Sie Ihre letzte Ruhe. Ihr Name und Ihr Andenken werden bewahrt bleiben. Die Werke, die für Sie singen, reichen aus, Sie unsterblich werden zu lassen!"

Zurück zum Seitenanfang

Die Grabstätte