



CAVAILLE-COLL Cécile( 1854-1944 )
Die älteste der Familie ist Cécile Cavaillé-Coll. Sie verbringt ihr ganzes Leben an der Seite ihres Vaters, um ihre Brüder aufzuziehen und die im Jahre 1868 verstorbene Mutter zu ersetzen. Wie jedes wohlerzogene junge Mädchen beschäftigt sich Cécile mit Aquarellmalerei, wie schon ihre Mutter Adèle Blanc. In ihrer Kindheit kommt sie mit den Freunden der Familie in Berührung, die alle anerkannte Zeichner oder Maler sind: Dominique Ingres, Ary Scheffer, Eugène Isabey, der Bankier Henri Place usw. Sie erinnert sich an die schönsten Momente im Haus rue de Vaugirard 94 gleich neben der ehemaligen Salle de Concerts Spirituels, die nun als Werkstatt und Ausstellungsraum für Instrumente dient:
Als die ganze Familie 1893 die zur Versteigerung stehende Manufaktur avenue du Maine verläßt, findet sich Cécile mit ihrem alten Vater Aristide Cavaillé-Coll in der Rue du Vieux-Colombier 21 wieder. Sie sind Untermieter von Frau Morand und bewohnen einige Quadratmeter im vierten Stock, bestehend „aus einem Vorzimmer, einem Wohnraum, einem daneben liegenden Raum mit Fenster auf den Hof und schließlich einer Küche". Im Hof verfügt Cécile über ein Atelier oder eine Zeichenschule, die der Stadt Paris gehört und wo sie einigen Schülern Unterricht erteilt.
In seinem handschriftlichen Testament, das er am 6. Oktober 1897 mit zittriger Feder schreibt, macht der "Meister" Aristide Cavaillé-Coll seine Tochter Cécile zur "Universalerbin" und wünscht, " dass man ihr eine Rente zahle, um ihr für ihre aufopfernde, unermüdliche Pflege zu danken, die sie mir ohne Unterlaß zukommen ließ".
Im Jahre 1929 veröffentlicht Cécile
zusammen mit ihrem Bruder Emmanuel
ein Buch mit dem Titel "Aristide Cavaillé-Coll, ses origines,
sa vie, ses œuvres".
Cécile Cavaillé-Coll zieht sich nach Héry (Yonne)
zurück, wo sie für ihre alten Tage ein Haus erworben hat. Sie stirbt
am 17. Januar 1944 im Alter von 90 Jahren. Sie ruht neben ihrem Vater in der
Grabstätte des Friedhofs Montparnasse.
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